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Honda CB 250RS
Auch wenn sich jetzt der Eine oder Andere wundern wird. Trotz meiner Affinität zu Motorrädern hat mich meine Frau Isabella noch nicht verlassen. Ok, hin und wieder wird es ihr schon zu viel. Aber im Grossen und Ganzen steht sie hinter meiner Spinnerei.
Ich fasse mich kurz. Isabella's erstes Motorrad war eine Honda CB 250 RS. Und zwar genau diese, um welche sich es hier handelt. 1983 gekauft, irgendwann verkauft und 1992, mit kapitalem Motorschaden (akuter Ölmangel), zurück gekauft. Die langen Winterabende sind gerettet!
...jetzt geht's endlich los
...nachdem das kaputte Ding komplett zerlegt war, werden Rahmen, Naben, Tauchrohre und was sonst noch alles in schwarz glänzen soll zum Beschichter des Vertrauens geschafft. Zwei Wochen später können die perfekt beschichteten Teile, bei der Fa. Marschner in Markdorf, abgeholt werden. Somit steht einem Aufbau des Fahrgestells nichts mehr im Wege. Als erster Schritt werden die Räder mit den frisch verchromten Speichen eingespeicht, zentriert und mit neuen Reifen bestückt.
Das Fahrwerk
Die Vorgergabel wird mit neuen Gleitbuchsen und Simmerringen zusammengebaut und mit dem Rahmen verheiratet. Das Selbe geschieht mit der Schwinge. Dass Schwingen- und Lenkkopflager durch Neue ersetzt werden, ist selbstverständlich. Bei der Lagerung der Schwinge kommen anstelle der Kunststoffbuchsen, Nadellager zum Einsatz. Ich bin nicht immer davon überzeugt, dass dies wirklich eine Verbesserung bringt, aber einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Die Alten gehören so oder so in den Mülleimer.
...und die Bremse
Die kleine Honda hat nicht wirklich viel Leistung. So knapp 30 Pferdchen sollen es sein. Bei etwas Glück und guter Arbeit eventuell ein paar mehr. Also werden astronomische Geschwindigkeiten eher nicht zustande kommen. Trotzdem finde ich die originale Vorderradbremse etwas dürftig. Sauschwer ist das Seriengeraffel noch dazu. Also wird gebastelt. Und wie es der Zufall will liegt eine komplette Bremsanlage, einer Kawasaki KLR 650, im Regal. Ein wenig Tüftelei, bis der ganze Klapperatismus da ist wo er hin soll, gehört dazu. Nach ein paar Stunden an der Drehbank, Bohrmaschine und Fräse nimmt die 280 mm grosse Bremscheibe (original 240 mm) ihren Platz ein. Immer wieder bereichern Zufälle das Leben. Ein Freund wollte eine Hermle Fräsmaschine dringend, für einen fairen Preis, loswerden. Natürlich wurde sofort zugeschlagen. Mit dem neuen Spielzeug konnte dann ganz easy die Aufnahme des KLR 650 Bremssattels angefertigt werden.
...Arbeitsplatz
Anfang der 80iger war eckig angesagt. Rechteckiger Scheinwerfer, eckige Armaturen, haupsache gross und bollig. Dieses wollte ich der kleinen Honda ersparen, alles wurde auf ein Minimum begrenzt. Der Tacho von einer Honda XBR 500, dazu ein breiter Alu-Lenker, ein kleiner Scheinwerfer und schon wird das Ganze schön.
...es werde Licht
So gefällt es! Der Scheinwerfer ist aus dem Resteregal und stammt ursprünglich von einer Honda TL 125. Für den Tachohalter kommen auch schon wieder ein paar Stunden an der Fräse zusammen, bis alles so passt wie man es sich wünscht.
...es geht voran
3-2-1 und ein neuer Tak, für wenig Geld, war mein. Die Sitzbank wird um 15cm gekürzt, das Beziehen übernimmt der Fachmann. Ein zurechtgemachter leichter Kettenschutz von einer VTR 1000, die Ritzelabdeckung wird aus Alu gedengelt und auf der Fräse mit Schlitzen versehen, das Zündschloss kurzerhand versetzt, kleine Blinker montiert und Stück um Stück wird aus den Einzelteilen ein richtiges Motorrad.
...es ist soweit, Rollout
Es ist immer wieder dasselbe Spiel. Man schiebt das neu Erschaffene aus der dunklen Batelbude und ist verwundert was man, aus einem anderen Blickwinkel, alles entdecken kann. Der eine oder andere Halter sitzt schief, hier ein Kratzer, dort eine Fehlbeschichtung, besser man schaut nicht allzu kritisch in alle Ecken. Im Tageslicht erscheint so manches Teil ganz anderst, als in der Werkstatt. Bei der kleinen Honda ist allerdings, bis auf wenige Ausnahmen, alles perfekt.
...die Vollendung
Pünktlich zum Herbstanfang ist es dann auch soweit. Die Abnahme vom technischen Überwachungsverein stellt kein Problem dar und wird mit bravour gemeistert. In den nächsten Tagen geht es zur Zulassungsstelle, dann kann es endlich losgehen.
Es ist immer wieder ein unbeschreibliches Gefühl, so ein Projekt auf die Beine zu stellen und zum Abschluss zu bringen. Momente die den Büroalltag vergessen lassen.
Der alte Honda Einzylinder hat mir schon immer gefallen. Ein Motor mit Potential!
Der Antrieb für den Drehzahlmesser wird nicht mehr gebraucht. Das "Loch" wird kurzerhand mit einem gebasteltem Dreh-und Frästeil verschlossen. Und wieder ist ein Abend in der Bastelbude gerettet...
Ein paar Stunden an der Drehbank und Fräse sind für einen Umbau der Bremsanlage schon einzuplanen. Letztendlich zählt das Ergebnis.
Drahtspeienräder sind einfach nur schön, dummerweise aber auch sehr zeitaufwändig beim Restaurieren und Pflegen.
Ein paar kleine Arbeiten rundherum sind noch zu erledigen. Jetzt wird erst mal auf der Strasse getestet, der schönste Teil jeder Projektdurchführung. Nach unzähligen Stunden, in der Bastelbude, hat man es sich das Vergnügen aber auch verdient!


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